Disruption

Disruption als Geschäftsmodell

Während Evolutionen und Innovationen in der Logik des bisherigen Systems bzw. Produkts verbleiben, brechen Disruptionen damit und denken Technik, Prozesse, Marktregeln und -mechanismen grundlegend neu. Soweit das Ideal und der Hype. In der Praxis sind die Grenzen fließend und längst nicht alle angeblichen Disruptionen so umwälzend, wie ihr Marketing verspricht.

Das unumstrittenste Beispiel für Disruption ist die Ablösung von Pferd und Kutsche durch Verbrennungsmotor und Auto. Ähnlich revolutionäre Schübe gab es immer wieder, angefangen beim Feuer über den Buchdruck bis hin zu Smartphones und Apps. Disruptive Innovationen sind also historisch keine neue Erscheinung. Doch die Digitalisierung beschleunigte die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle extrem – siehe etwa die Streamingdienste, die Musik, Filme per Abo liefern und CD/DVD überflüssig gemacht haben. Daten und Bilder befinden sich in Dropbox oder Cloud und nicht mehr auf stationärer Hardware.

Disruption kann auch Weiterentwicklung sein

Vordergründig betrachtet werden etablierte Technologien oder Produkte verdrängt oder bestehende Märkte „zerstört“. Doch man darf nicht übersehen: Es gibt sie meist noch, die alten Produkte oder Dienstleistungen, in Nischen oder manchmal auch noch mitten im Markt. Gelegentlich erleben sie sogar eine Renaissance, wie etwa die Schallplatte. Auch Hotelketten, Fernsehsender und Taxis gibt es noch, trotz Airbnb, Netflix und Uber. Nach dem Hype um scheinbare „Disruptionen“ erweisen sich diese letztlich wiederum „nur“ als Verbesserungen bestehender Angebote – auch in der Digitalwirtschaft. Insofern ist der Hype manchmal überzogen und führt Kunden und Potentials sogar dazu, eher abzuschalten als aufzumerken, wenn für das nächste „disruptive“ Geschäftsmodell geworben wird. Das macht diese Geschäftsmodelle aber nicht unbedingt schlechter. Viele Unternehmen etablieren sich in der Vielfalt des Marktes und finden Kunden, die zu ihnen passen.

Letztlich waren sogar Verbrennungsmotor und Auto historisch gesehen „nur“ Evolutionen. Der Verbrennungsmotor setzte eigentlich folgerichtig fort, was mit Feuer und Dampfmaschine begann und die Übertragung der Technik auf Transportzwecke liegt in der Rückschau ebenso nahe. Dies verweist auf ein Phänomen vieler Disruptionen: Im Nachhinein liegen Idee und Lösung so sehr auf der Hand, dass Kunde wie Wettbewerb gleichermaßen verblüfft sind, nicht vorher darauf gekommen zu sein. Das Tragische ist: In der Regel tun sie es aber eben nicht. Oder, wie Henry Ford es formulierte: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt, schnellere Pferde.“ Ford stieg aus der Logik aus, die seinen Zeitgenossen die einzig mögliche schien und führte neue Techniken, Regeln und Produktionsweisen ein. Das Ergebnis war bahnbrechend.

Wie Sie das Konzept nutzen können

Das Beispiel zeigt: Das wirklich Revolutionäre an Disruptionen ist nicht zwingend die technische Lösung. Vielmehr entsteht die disruptive Kraft daraus, dass mit alten Denkweisen und Lösungsansätzen radikal gebrochen wurde. Hier liegt das Potential der Disruption: Wer das Gegebene grundsätzlich infrage stellt, macht den Blick frei auf das, was eigentlich schon da ist – nur noch nicht in der Welt. Oder anders gesagt: Disruptionen erfordern eigentlich nicht mehr als einen radikal, manchmal „naiven“ Blick auf die Welt, das in ihr Vorhandene – und die Fähigkeit, „abweichend“ zu denken, gängige Logiken und Strukturen aufzubrechen, hinter sich zu lassen und neue zu entwickeln. Dies gilt für Gründer, mittelständische Firmen und auch Konzerne, wo der frische Blick für radikale Abkürzungen sogar noch schwieriger fällt nach all den Jahren der Optimierung bestehender Prozesse.

Bei allem braucht es den klaren Fokus auf den Kunden. Er gibt dem disruptiven Denken, das zunächst einmal „zerstört“, eine Richtung, um wiederaufzubauen: Wo ist der Kunde von den bisherigen Lösungen genervt? Wie kann ich Bestehendes verknüpfen, sodass es ihm das Leben leichter macht? Was ist das Kernbedürfnis und was kann ich alles weglassen (Beispiel Airline Ryanair)? Was kann ich tun, damit mein Kunde seine Aufgabe noch bequemer lösen kann? Etc.

GLOBAL CONSULTING COMPANY nimmt neue, kreative Perspektiven ein und konzentriert sich dabei auf das Problem des Kunden, macht ihn zum „Chef“. Design Thinking, Effectuation, neue Sichtweisen oder innovative Business Modelle können Ihnen helfen, etwas grundsätzlich Besseres zu entwickeln. Ob Sie Ihren Markt nun „zerstören“, ihn umwälzen oder lediglich nur ein tragfähiges Unternehmen um ihr Geschäftsmodell herum aufbauen, spielt keine Rolle. Ihr Geschäftsmodell muss nicht zwingend „disruptiv“ sein – aber erfolgreich. Sprechen Sie mit uns.

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